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Auf erhöhten Eisenbedarf achten

Frauen haben einen höheren Eisenbedarf als Männer, weil sie über die Menstruation Eisen verlieren. Sie leiden deswegen häufiger unter einem Mangel. Schwangere benötigen für Fetus, Plazenta und das größere Blutvolumen eine deutlich höhere Eisenmenge als Frauen, die kein Kind erwarten.

Die erforderliche Zufuhrmenge wird in der Regel über die Nahrung nicht erreicht. Eine generelle prophylaktische Substitution von Eisen wird aber nicht empfohlen, sondern sollte individuell mit dem Arzt festgelegt werden. Denn Schwangere sind nicht zwangsläufig unterversorgt, da der Eisenverlust über die Menstruation entfällt und die Eisenresorption im Darm ansteigt.

Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Organismus zuständig ist. Außerdem ist Eisen als Myoglobin für die Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln verantwortlich, an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt und wirkt bei der Zellbildung, Synthese von Hormonen und Transmittern und dem Abbau von Radikalen mit.

Eisen ist sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, die Bioverfügbarkeit ist jedoch sehr unterschiedlich. Während von dem dreiwertigen Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten und dunklen Gemüsesorten nur etwa ein Prozent vom Körper genutzt werden kann, sind es von dem zweiwertigen Eisen aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch circa 10 Prozent. Die Verfügbarkeit von Eisen kann durch verschiedene Stoffe verringert oder gefördert werden. Schwangere sollten zu eisenreichen Mahlzeiten keine Milch trinken oder Milchprodukte essen, da Calcium die Eisenaufnahme hemmt.

Gleiches gilt für Spinat, Rhabarber und Kakao wegen der enthaltenen Oxalsäure und für Sojabohnen wegen des hohen Phosphatgehalts. Auch die in Tee und Kaffee enthaltenen Tannine können die Eisenaufnahme verringern und sollten circa eine Stunde vor und nach einer Mahlzeit nicht getrunken werden. Positiv auf die Eisenresorption wirkt sich Vitamin C aus. Ein Glas Fruchtsaft zur Mahlzeit, Obst als Dessert oder ein Salat mit Paprika können die Eisenaufnahme steigern.

Der tägliche Eisenbedarf ergibt sich aus den entsprechenden Verlusten von 1 mg Eisen pro Tag über Darm, Haut und Niere. Durch die geringe Verfügbarkeit von Eisen aus der Nahrung ist eine Zufuhr von 1 mg Eisen pro Tag jedoch nicht ausreichend. Für Erwachsene werden täglich 10 mg (m) bis 15 mg (w) Eisen empfohlen, für Schwangere 30 mg.

Die ersten Anzeichen eines Eisenmangels sind oft unspezifisch und gerade in der Schwangerschaft schwer von den Symptomen zu unterscheiden, die die Hormonumstellung in dieser Zeit mit sich bringen. Erschöpfung, Kopfschmerzen und allgemeine Müdigkeit treten sowohl bei Schwangeren als auch bei Personen mit einem Eisenmangel auf. Weitere Hinweise für einen Eisenmangel sind blasse (Schleim-)Haut, Veränderungen der Fingernägel, Einrisse in den Mundwinkeln und Entzündungen der Zunge. Die schwerste Form eines Mangels ist die Schwangerschaftsanämie (Verminderung der Erythrozyten des Blutes). Sinkt der Hämoglobinwert in der Schwangerschaft unter 9 g/dl Blut, treten häufiger Schwangerschaftskomplikationen wie Früh- oder Fehlgeburten oder Wachstumsverzögerungen auf. Die Mutter ist zudem besonders infektanfällig. Auch eine Geophagie oder eine Pagophagie können auftreten; sie beschreiben die abnorme Lust, Erde und/oder Eis zu essen.

Da nach derzeitigem Wissensstand bei einer dauerhaft hohen Versorgung mit Eisen das Risiko für Herz- und Krebserkrankungen steigen kann, wird von einer generellen Substitution in der Schwangerschaft und vom Verzehr mit Eisen angereicherter Lebensmittel abgeraten. Ob ein Eisenpräparat sinnvoll ist, sollte vom Arzt festgestellt werden.

 

Nadia Röwe, www.aid.de

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