Elternherzen * * * Tell Your Story!
Elternherzen * * * Tell Your Story!

Gedanken einer Mutter zur Schule

von: Susanne, erschienen 01.10.2014

Meine große Tochter. Meine Tochter wird in einem Jahr die Schule besuchen. Nun ist sie in ihrem letzten Kindergartenjahr. Sie gehört zu den Großen, zu den Königskindern. Sie hat Freund_innen, sie erlebt Abenteur und berichtet täglich davon, was sie Spannendes erlebt hat. Spannend, das kann sein, dass sie einen toten Vogel gefunden hat. Oder dass sie etwas Besonderes gebastelt hat oder der Bericht einer besonderen Situation. Gestern erzählte sie ganz beiläufig nach dem Abendessen “Und weißt Du was? Heute habe ich der Anne einen Zahn gezogen.” “Bitte was?” “Na der war schon wackelig!” Sie hat einer Freundin also im Kindergarten einen Zahn gezogen, weil sie sich nicht getraut hatte, ihn selber los zu lassen. Natürlich haben sie auch darüber gesprochen, ihn bestaunt und überlegt, wie diese Zähen so halten im Mund. Spannend – das kann jeden Tag etwas anderes sein und jeden Tag wird Neues gelernt. In den Ferien waren auf einmal die Buchstaben so spannend und sie setzte sich hin, um Schreiben zu lernen. Nun kann sie das Alphabet – weil sie es gerade lernen wollte.

 

Wir alle lernen jeden Tag. Wir lernen kleine Dinge, weil wir sie lernen müssen: Wie benutzte ich ein technisches Gerät, das ich vorher nicht kannte? Ich bessere mein Englisch wieder auf, weil ich eine englischsprachige Kursteilnehmerin habe, mit der ich mich jede Woche unterhalten möchte und muss. Ich lerne aus Bücherm, die gerade lese. Was all dieses Lernen verbindet? Ich mache es aus Interesse, aus Spaß. Ich setze mich nicht hin, um mir etwas einzuprägen, sondern ich lerne aus der Situation heraus. So kommt es auch, dass ich dieses Lernen nicht als solches wahrnehme, sondern es einfach geschieht.

 

Nicht anders ist es bei den Babys und Kleinkindern. Sie lernen Tag für Tag: Gesichtsausdrücke lesen, Bewegungen aufeinander abstimmen, sich fortbewegen, weil man an das entfernte Spielzeug kommen möchte. Sprechen, um besser verstanden zu werden und noch mehr in den Austausch zu kommen. Lernen erfolgt ganz natürlich, nach dem eigenen Tempo, nach dem jeweilen Bedarf.

Lernen ganz natürlich am Anfang des Lebens und als Erwachsene. Nur dazwischen gibt es den einen großen Bruch, die Phase, in der wir nicht mehr das lernen, was sich natürlich aus unserem Alltag entwickelt oder wohin uns gerade unsere Interessen bewegen, sondern das, was wir lernen sollen. Nach einem Lehrplan, nach festgelegten Fächern zu bestimmten Zeiten. Wo wir ganz früh am Morgen aufstehen sollen – unabhängig von unserem Tagesrhythmus – und eine Leistung bringen müssen. Wo wir mit vielen Menschen in einem Großraumbüro sitzen und nicht einfach kündigen können. Wo wir uns unseren Chef nicht aussuchen können.

Wenn ich bei der Arbeit einmal eine Pause brauche, dann nehme ich sie mir. Weil ich weiß, dass ich danach einfach besser und effizienter weiter arbeiten kann. Manchmal habe ich auch Hunger und hole mir etwas aus dem Kühlschrank oder packe eine meiner mitgebrachten Snackdosen aus. So bin ich im Einklang mit meinen Bedürfnissen und mit meinem Körper. Ich achte auf mich und richte danach mein Leben und meine Arbeit aus.

 

Es tut mir gut, mich zwischendurch zu bewegen, aufzustehen, umher zu laufen. Gerade dann, wenn ich längere Zeit vor dem Computer sitze. Bewegung baut Stresshormone ab. Manchmal stehe ich auch auf, gehe eine kleine Runde und zur Toilette. Niemals würde ich jemand anderen oder eine Kollegin fragen “Darf ich bitte zur Toilette gehen?” Schließlich achte ich auf meine Körperbedürfnisse und nur weil vielleicht gerade jemand anderes auch zur Toilette gegangen ist, bedeutet das nicht, dass ich nicht muss.

 

Mir ist wichtig, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird. An manchen Tagen kommen vielleicht nicht die besten Sachen dabei raus. Vielleicht gebe ich mir viel Mühe, aber der Text ist nicht ganz so gut. Habe ich dann einen traurigen Smiley verdient, obwohl ich mir viel Mühe gegeben habe? Wie kann man überhaupt Geistesleistung bemessen? Machen Zahlen hier einen Sinn oder doch eher die Freude, die ich an meiner Arbeit hatte und dadurch die Möglichkeit, es aus reiner Freude gut zu machen?

 

Ich bin gerne mit Menschen zusammen. Besonders mit solchen, die ich gerne mag. Ganz besonders gerne mit meiner Familie. Mit meinen Kindern, weil ich sie liebe. Ich verbringe wirklich gerne Zeit mir ihnen, auch wenn ich manchmal gestresst bin oder genervt oder eigentlich auch etwas anderes tun wollen würde. Aber ganz im Herzen liebe ich das Zusammensein. Ich bin 34 Jahre alt. Meine Tochter wird 6 Jahre alt sein, wenn sie in die Schule kommt. Ich weiß, dass auch sie gerne Zeit mit ihrer Familie verbringt. Weil sie uns liebt, weil sie gerne zusammen mit uns ist, backt, kocht, bastelt, spielt, malt. Sie trifft sich auch gerne mit Freunden oder geht ihrem eigenen Hobby nach. Freunde und Hobbies sind Dinge, die bei mir als Erwachsener immer etwas zu kurz kommen – bei mir als Erwachsener. Bei einem kleinen Kind aber sollte das doch gut möglich sein. Aber was, wenn es täglich bis 16 Uhr feste Termine hat, die nur mit Sondergenehmigung wegfallen dürfen. Feste Termine, nach denen auch noch der Weg nach Hause ansteht und dann nur wenige Stunden, vielleicht drei, bis zum Schlafengehen möglich sind. Kein Raum für viele Verabredungen, für Hobbies, für Vereine. Sogar ein Friseurtermin kann schwierig werden und muss wohl im Voraus gebucht werden oder am Wochenende stattfinden wie bei all den anderen Berufstätigen. Nur, dass es sich hier nicht um einen Erwachsenen handelt, sondern um ein kleines Kind, das eben gerade noch im Kindergarten war.

 

Dies sind meine ganz persönlichen Gedanken zur Schule und Schulpflicht.

Wie geht es Euch damit?


Eure Susanne

Kommentare

Bitte geben Sie den Code ein
* Pflichtfelder
Es sind noch keine Einträge vorhanden.

Ihre Formularnachricht wurde erfolgreich versendet.

Sie haben folgende Daten eingegeben:

Auch Lust einen Beitrag auf Elternherzen.de zu veröffentlichen? Wir freuen uns auf deine Nachricht!

Bitte korrigieren Sie Ihre Eingaben in den folgenden Feldern:
Beim Versenden des Formulars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Hinweis: Felder, die mit * bezeichnet sind, sind Pflichtfelder.

Eltern sollten wissen, was ihr Baby braucht.

Schwangerschafts- und Babytagebücher im Babyclub

Wir suchen Blogs von Eltern, die gern über ihr Leben mit Kindern berichten. Gern möchten wir auch deinen Blog vorstellen. >>Mitmachen

Empfehlungen

Wenn euch Elternherzen.de gefällt, dann freuen wir uns, wenn ihr eure Einkäufe über unsere Kooperationspartner hier tätigt.

So macht shoppen Spaß!

10 Prozent der Werbeeinnahmen spendet Elternherzen an ausgewählte Organisationen für Kinder. Aktuell sammeln wir für die Welthungerhilfe. So hilfst du mit deinem Einkauf doppelt.

Start der Sammelaktion: 01.11.2016

Second Hand

Babyprodukte bei Ebay

Umstandmode

Vertbaudet.de - Kinder-, Baby- und Umstandsmode

Ökologische Kleidung

hessnatur Onlineshop - Naturtextilien Versand

Sicheres Spielzeug

www.jako-o.de
tausendkind Spielzeug

Ordnung im Kinderzimmer

geliebtes-zuhause.de
Vertbaudet.de - Kinder-, Baby- und Umstandsmode

Karten & Papeterie

Babysitter gesucht?

Betreut.de - Wir helfen Familien
HalloBabysitter.de: Babysitter und Tagesmütter - Kinderbetreuung in Ihrer Nähe.
Finden Sie hier liebevolle Babysitter in Ihrer Nähe!
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Elternherzen.de 2012 - 2017