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ÖKO-TEST Kinderkekse

Belastete Zucker-Plätzchen

 

Manche Kekse sind für Kleinkinder nicht geeignet, weil sie zu viel Acrylamid oder Fettschadstoffe enthalten. Zu diesem Ergebnis kommt ÖKO-TEST, das verschiedene Keksmarken, die von Kindern gerne gegessen werden, im Labor untersuchen hat lassen. Das Verbrauchermagazin kritisiert zudem, dass Hersteller dem Geschmack mit Aromen nachhelfen.

 

Enttäuschend waren vor allem viele Bio-Kekse, in denen das Labor recht hohe Gehalte von Acrylamid gefunden hat. Doch auch in einigen konventionellen Produkten steckt dieser giftige Stoff. Er bildet sich, wenn der Keks bei hohen Temperaturen gebacken wird. Im Tierversuch hat Acrylamid Krebs ausgelöst und war fortpflanzungsschädigend. ÖKO-TEST rät, auf Produkte mit einem geringen Acrylamidgehalt zu achten, schon deshalb, weil sich der Schadstoff im Körper schnell summieren kann. Denn auch Brot oder etwa Bratkartoffeln können belastet sein.

 

Ein weiteres Thema sind Fettschadstoffe aus der Gruppe der 3-MCPD-Ester und Glycidylester. Auch hier wurde das Labor fündig. Das liegt unter anderem daran, dass manche Kekse mit pflanzlichen Fetten, vor allem dem umstrittenen, aber sehr billigen Palmfett, gebacken wurden. In Butter stecken diese Fettschadstoffe nicht. 3-MCPD-Ester können vermutlich die Nieren schädigen und zur Bildung gutartiger Tumore führen.ÖKO-TEST empfiehlt Eltern außerdem, stets einen Blick auf die Nährwertkennzeichnung zu werfen. Denn auf den Kinderkeksverpackungen stehen oft Angaben wie „mit der Süße aus Trauben und Äpfeln“ oder „Vollkorn“. Das heißt aber nicht, dass diese zuckerfrei sind. Im Gegenteil: Eine Portion Kinderkekse enthält circa 2,3 Stück Würfelzucker – das gilt auch für Dinkel- und Vollkornprodukte.

 

Ärgerlich ist auch, dass manche Hersteller mit Aromen tricksen. Würde es sich hier um Aroma handeln, das wirklich aus Früchten oder anderen Lebensmitteln stammt, wäre es kein Problem. Doch manche verwenden, wie die Verpackung zeigt, nur „Aroma“, das aus allen möglichen Ausgangsstoffen gewonnen sein kann. Selbst bei "natürlichem Aroma" kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um Zimt- oder Vanilleextrakte handelt, sondern viel mehr um Aromen, die aus "natürlichen" Stoffen wie Pilz- oder Bakterienkulturen gewonnen wurden. Löblich ist dagegen, wenn Hersteller mit echter Vanille ihre Kekse aromatisieren - dies steht dann auch so in der Zutatenliste.

 

Das ÖKO-TEST-Magazin November 2012 gibt es seit dem 26. Oktober 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Zucker in Kleinkindernahrung

Zuckerbomben mit Pflanzenfarbe

 

Wenn in einer einzigen Portion Kinder-Fruchtjoghurt oder Babybrei die von Fachleuten maximal empfohlene Zuckermenge eines ganzen Tages steckt, ist das offensichtlich eine pappige Süßigkeit. Doch die Hersteller verkaufen dies als Babynahrung. Das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST macht darauf aufmerksam, dass die meisten Kleinkinderlebensmittel viel zu viel Zucker enthalten und aromatisiert sind.

 

Wahre Zuckerbomben sind ein Frucht-Joghurt von Bebivita und ein Milchbrei von Milasan. Sie liefern pro Portion rund 89 bzw. 76 Prozent der akzeptablen Tageszuckermenge. Spitzenreiter ist ein Brei von Nestlé mit einem Wert von 95 Prozent pro Portion. Das ist umso ärgerlicher, weil das Produkt mit der Aussage beworben wird, dass es die natürlichen Abwehrkräfte stärkt und für starke Knochen sowie gesundes Wachstum sorgt. Relativ gut kommen im Test noch einige Kinderfruchtquarks weg, weil in ihnen eine Tageszuckermenge von gut 30 Prozent steckt. Essen die Kinder allerdings zwei der kleinen 50-Gramm-Becherchen, geht die Rechnung schon nicht mehr auf. Eltern können die Zuckerbomben nicht ohne weiteres erkennen. Denn Zucker versteckt sich auch hinter Begriffen wie Maltodextrin, Fruktose oder Glukose.

 

Was an Zucker zu viel ist, ist an Früchten zu wenig. So enthalten etwa viele Kinderfruchtquarks lediglich mickrige 3 Gramm Früchte pro 50-Gramm-Becher. Das entspricht etwa einer Himbeere, 1/5 Erdbeere und noch nicht einmal einer halben Bananenscheibe. Um optisch mehr Frucht vorzutäuschen, färben die Hersteller ihre Ware deshalb mit Pflanzenkonzentraten. Genauso ärgerlich ist, dass fast drei Viertel der Produkte aromatisiert sind. Vor allem die Geschmacksrichtung Vanille wird eingesetzt. Lediglich die Bio-Produkte kommen durchgehend ohne künstliche Aromatisierung aus.

 

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2012 gibt es seit dem 24. Februar 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

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