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(M)ein Weg zurück zum Stillen

Begonnen haben die Probleme bei einem Kurzurlaub an der Ostsee als meine Tochter drei Monate alt war. Wahrscheinlich hatte es sich schon vorher angekündigt und mit mehr Wissen über die Zusammenhänge wäre es zu den Problemen wahrscheinlich erst gar nicht gekommen. So um den dritten Monat kommt es zu einem Wachstumsschub, in dem Babys öfter gestillt werden wollen. 

 

Aus dem Stillen nach Bedarf war ein Stillen nach der Uhr geworden. Irgendwie waren die Stillabstände immer größer geworden. Und dann fielen mehrere Sachen zusammen. Der Urlaub und die fremde Umgebung und ein Wachstumsschub, der mehr Milch forderte und ein Baby, das nicht an einer Brust trinken wollte, die nicht prall gefüllt war.

 

Bekanntlich fördert das Angebot die Nachfrage. Doch die Stillmahlzeiten außer der Reihe waren furchtbar. Dreimal saugen und nur Geweine. Es kam keine Milch, so schnell konnte der Millchfluss nicht angeregt werden. Um ihr wenigstens das Gefühl zu geben, dass sie etwas in den Magen bekäme, haben wir ihr Fencheltee zu trinken gegeben. Sie trank und trank die halbe Flasche leer und weinte danach genauso wie vorher. Im Nachinein weiß ich nicht mehr, wie wir die drei Tage herumbekommen haben. Mit viel Spazierengehen, das Geschuckel half, die Nächte waren ständig unterbrochen, aber wenigstens nachts trank sie ohne zu weinen. Die fremde Umgebung hat meiner Kleinen sehr zu schaffen gemacht. Sie schlief unruhig und weinte viel. Der Wachstumsschub zuhause allein wäre wahrscheinlich schon eine Nervenprobe gewesen, doch weg von zuhause war es auch für mich schwer ruhig zu bleiben, wenn sich das Baby einfach nicht beruhigen lies und scheinbar immer nur trinken wollte.

 

Wenige Tage nach dem Urlaub erfuhr ich bei einem Termin beim Kinderarzt, dass sie nicht genug zugenommen hat. Meine Vermutungen, dass meine Milch nicht mehr ausreicht wurden bestätigt. Mir graute es zwischenzeitlich schon vor der nächsten Mahlzeit, die Angst war immer dabei, dass sie mehr wollte als da war. Bei einem Wachstumsschub sollte sich die Milchproduktion durch häufigeres Anlegen ja wieder von selbst regulieren. Darauf hatte ich gewartet und mit Malzbier, Stillen, Malzbrot und anderen die Milchbildung anregenden Lebensmitteln versucht die Milchproduktion anzukurbeln. Ich habe sie auch die Brust angelegt, die gar nicht dran war, sonst ist sie immer mit einer ausgekommen. Dann war sie aber umso mehr gefrustet, weil nichts herauskam. Also gab es nach dem Arztbesuch eine Flasche Milch extra. Wider der Angst, dass sie sich an die Flasche gewöhnen würde. Die Kinderärztin hatte an mich plädiert zuzufüttern, da sie scheinbar über einen längeren Zeitraum schon nicht genügend zugenommen habe. Die Flasche hat meine Kleine prompt leergetrunken. Anschließend weinte sie, wie auch an der Brust. 

Nach einer Woche mit der Flasche musste ich Bilanz ziehen, dass sie immer weniger an die Brust wollte, die dadurch immer weniger Milch bildete. Meine Kleine schien die sogenannte Saugverwirrung zu haben. Sie strengte sich an der Brust erst gar nicht mehr an und drehte nach 3-mal Saugen den Kopf weg. Wenn sie die Milch aus der Flasche bekam, floss die natürlich viel schneller und leichter. Es war eine Quälerei für uns beide. Sie war gefrustet, weil nichst kam und ich war gefrustet, weil sie nicht solange durchhielt bis sich was tat. Durch das erste Saugen wird ja der Milchspendereflex ausgelöst und die Milch fliest. Bis dahin schafften wir es immer seltener. Am Morgen klappte es immer noch ganz gut, wenn sie im Halbschlaf war und auch beim gemeinsamen Baden. Ansonsten machte sie sich ganz steif und fuchtelte mit Armen und Beinen. Ich habe sehr geweint und innerlich schon fast Abschied vom Stillen genommen. Für mich war es eine starke psychologische Belastung. Wenn man abstillen will, dann geschieht dies ja willentlich über einen bestimmten Zeitraum. Ich hatte das Gefühl es entglitt mir und wurde unfreiwillig immer weniger. Die Innigkeit zu meinem Baby. Es war als würde ich irgendwie Abschied nehmen, sie schon ein Stück loslassen, obwohl es dafür noch nicht Zeit war. Und dazu war ich noch überhaupt nicht bereit.

 

Dann habe ich mir Hilfe geholt. Bei einer Stillberaterin und bei meiner Hebamme, die ja zu dieser Zeit nur noch bei Problemen kam. Ich habe mir eine Milchpumpe besorgt und 2-mal auf jeder Seite abgepumpt. Auf einer Seite kamen 30 ml, auf der anderen Seite nichts heraus. Das war nicht gerade erbauend und ich bin müde und traurig ins Bett gegangen. Traurig war ich an diesem Abend auch, weil ich es geschafft hatte, ihr nach dem erneuten Besuch beim Kinderarzt - sie hatte 500g in einer Woche durch die PRE-Nahrung zugenommen - 1,5 Tage wieder nur die Brust zu geben. Am Abend war sie dann aber wieder so hungrig, dass ich ihr wieder die Flasche geben musste. Ich empfand, dass alles umsonst gewesen war. Morgens hatte sie wieder von beiden Brüsten getrunken und später habe ich ihr die abgepumpte Milch per Flasche gegeben. Meine Hebamme und auch die Stillberaterin gaben mir den Rat eine spezielle Flasche zuverwenden, die das natürliche Saugen der Babys nachempfindet. Dadurch musste sie sich auch an der Flasche wieder mehr anstrengen. Dennoch wollte ich es lieber mit einem Brusternährungsset versuchen.

 

Dabei führen zwei kleine, schmale Schläuche von der Flasche, die zwischen Brüsten hängt, zu den Brustwarzen, die beim Saugen mit in den Mund geschoben werden müssen. So wird dem Baby das Gefühl vermittelt, dass die Brust wieder mehr Milch gibt und es saugt länger. Dadurch wird der Brust das Signal gegeben wieder mehr Milch zu produzieren. Es hatte am Anfang gleich gut funktioniert und ich hoffte, dass es weiter funktionieren würde und dadurch und das Abpumpen die Milchmenge wieder mehr würde. Ich wollte sie so gern weiterstillen, weil es so ein schönes Gefühl war, sie in den Armen zu halten, so nah bei mir und ihr beim einschlafen zuzusehen, weil es so innig ist. Es kostete viel Kraft. Das ständige Anlegen und zusätzliche Abpumpen und beständige Reinigen der Flaschen und des Sets. In den ersten Tagen war ich fast nur mit det Nahrungsbeschaffung und -gabe beschäftigt. Ich war genervt, erschöpft und gestresst und auch für meinen Partner war es nicht leicht.

 

Er wollte mich in meiner Entscheidung unterstützen, aber ich habe gemerkt, dass er es nicht ganz verstanden hat, warum ich mir "das alles" antue und nicht einfach die Flasche gebe und mit dem Stillen aufhöre. Auch mein weiteres familiäres Umfeld reagierte befremdet, meine Oma war ganz geschockt als sie das Ernährungsset sah und bei den Stillberatungstreffen war es für mich zu Beginn gelinde gesagt merkürdig mit diesem Ding zwischen den frischgebackenen Mamas zu sitzen. 

 

Als meine Kleine ein halbes Jahr alt wurde, hatte sie ihr Geburtsgewicht gerade soeben verdoppelt. Reicht, meinten sie bei der Stillberatung, manche Babys erreichen dies auch erst drei Wochen später und es ist okay. Ich habe mit viel Geduld und Durchhaltevermögen zum Stillen zurückgefunden und ich bin sehr froh darüber, dass ich nicht aufgegeben habe und zum Fläschen übergegangen bin. Auch wenn die Kinderärztin dagegen war und meinte, "wenn es meine Tochter wäre, ich würde ihr die Flasche geben". Sie meinte auch, dass die Zusatzmilch, die ich ihr in den ersten Wochen nach dem Stillstreik durch das Brusternährungsset gegeben habe, nicht ausreichen würde. In einem Stillstreik zur Flasche zu raten, ist meiner Meinung nach verkehrt, da es eine Saugverwirrung noch mehr begünstigt. Ich denke, dass es für uns beide der richtige Weg war. Ich habe mir Hilfe bei der Stillberatung gesucht und bin regelmäßig zu einer Stillgruppe gegangen, was mich motiviert hat immer weiter zumachen. Mein Kleine hat wieder zugenommen, auch wenn es manchmal nur 50 g in einer Woche waren. Es kam das Okay von der Stillberatung, dass es i.O. wäre. Meine Kleine wirkte auch ausgeglichen und nicht so als ob ihr etwas fehlen würde. Wir sind fast wieder das eingespielte Team geworden, dass wir in den ersten drei Monaten vor dem Stillstreik waren, das wir waren bevor die Kinderärztin zur Flasche geraten hatte. Darauf bin ich stolz. 

 

 

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